Skitour im Sarek Nationalpark

Tag 2 - Über den Kutjaure

Am nächsten Morgen sehen wir, wo wir uns befinden, das Bergmassiv Ahkka zeigt sich zum ersten Mal, bevor es schon bald wieder in Wolken verschwindet. Noch bevor die Sonne aufgeht, werden die Wolken von unten beschienen. Wir bekommen eine kleine Ahnung von den oft faszinierenden Lichtverhältnissen im nordischen Winter…
Noch bis zum Kutjaure folgen wir dem Weg sogenannten Andreaskreuzen. In Schweden sind so die Winterwanderwege markiert. Am Kutjaure wollen wir nach Osten in unmarkiertes Terrain abbiegen.

Das Gelände hin zum Kutjaure ist recht beschwerlich. Zwar verkehren auf dem markierten Winterwanderweg zu dem See zuweilen Schneescouter zu den dortigen Samensiedlungen. Wenn wir eine Scouterspur sehen, nehmen wir diese dankbar an, weil man darauf kaum im Schnee versinkt. Da es am vorhergehenden Tag jedoch reichlich geschneit und gewindet hat, verlieren wir die Spur jedoch desöfteren. Sofort versinkt man z. T. bis zum Oberschenkel im Schnee. Je näher wir dem Kutjaure kommen, desto fester wird die Oberfläche, da der Birkenwald lichter wird, und dort der Schnee stärker vom Wind verpresst werden kann, da er dort schon mehr Angriffsfläche hat.

Wir überqueren den See, gehen einen weiten Bogen um den Ausfluss herum. Von weitem hören wir es rauschen, und man sieht auch eine offene Stelle am Ausfluss, weiter zur Seemitte ist das Eis jedoch reichlich dick. Nach der Überquerung des Sees geht es bergauf, morgen werden wir die Baumgrenze erreichen und uns für eine paar Tage auf dem ausgesetzten, baumlosen Fjäll bewegen. Von den Bergen weht ein eisiger, böiger Wind, es ist eine Menge Schnee in der Luft. Wir sind ein wenig in Sorge, denken an die gebrochene Zeltstange von gestern… Heute Abend finden wir noch einmal ein verhältnismäßig ruhiges Plätzchen im Schutze einiger Birken. Da der Schnee sehr fest ist, verspannen wir unser Zelt mit Spanngurten zwischen einigen Birken …