Skitour im Sarek Nationalpark

Die Anfahrt - Vogelfluglinie in den Norden

Harald und ich sehen uns an -wir sind auf dem Weg Richtung Lappland, haben die Vogelfluglinie genommen, haben schon einmal zwischendurch übernachtet, sind nun den zweiten Tag unterwegs und haben gerade die Stadt Gävle passiert - da quitschen schon die Bremsen des Wohnmobils. Was war das? Wir kehren um, schließlich sind wir nicht zum Spaß hier, wir möchten auch gerne ein paar Fotos machen, außerdem haben wir ziemlich viel Zeit und ein Bisschen die Beine vertreten kann gewiss nicht schaden. Das Wetter knnte schöner nicht sein und dieser Ausblick über den See mit dem Inselchen und den roten Häuschen, das ist doch wie man sich Schweden vorstellt. Glücklicherweise ist vor dieser Idylle eine Parkbucht angebracht. Wir springen raus - ah ja bzw. ich meine brrrr, minus 14° fühlen sich fürs Erste doch schon recht kühl an. Runter durch den Tiefschnee zum Seeufer gewühlt. Das ist doch herrlichster Winter, wir machen reichlich Bilder, denn was man hat, das hat man und wer weiß, vielleicht ist das Wetter ab gleich für den Rest unseres Urlaubs ja schlecht. Wir sind bester Laune und fahren bei tollem Winterwetter weiter Richtung Norden …

... immer geradeaus und dann links, übersetzt heißt das soviel wie - wir fahren auf der E4 nordwärts bis Boden, klar ab und an steht mal ein Rentier auf der Straße, gerne auch mal in der Gruppe, man bildet daher beachtliche Fähigkeiten zum Slalomfahren aus… und spätestens in Boden gesellt sich ein weiterer Kick hinzu - die Strassen sind völlig vereist. Na egal, man fällt ja weich, links und rechts liegt der Schnee meterweise, schuuuumm…und wieder ein Schwede in äußerstem Karacho an uns vorbeigedüst. Hmmm, ok, fahren wir halt auch ganz normales Tempo, und wirklich in den Eisspurrillen fährt man irgendwie wie auf Schienen und schließlich sind wir mehr oder weniger allein unterwegs.
Wir malen uns die wildesten, wahnsinnigsten und trolligsten Trollbäume überhaupt aus, berechtigterweise, die Patte auf den Bäumen wird immer dicker. Es bleibt ein wenig ein Traum, kurz vor Jokkmokk überqueren wir den Polarkreis …

Ganz klar, hier sind wir am Ende der Welt. In Jokkmokk folgt noch eine scharfe S-Kurve. In Jokkmokk selbst rechts und knapp hinter Porjus wieder links abgebogen, dann immer geradeaus… Wir fahren in die längste Sackgasse Schwedens, etwa 150 Kilometer bis Ritsem. Ab Saltoluokta hat sich der fette Trollbaumtraum spätestens ausgeträumt. Es liegt kein Krümel Schnee mehr auf den Bäumen, nach Winteridylle sieht es eigentlich gar nicht mehr aus, eher wie auf dem Mond mit den riesigen Blockhalden des Stora Sjöfallet Nationalparks. Zwischen den Felsen, über den Akkajaure, fegen eisige Winde, auf der Straße nur noch klares, blankes Eis, von der Sonne keine Spur mehr. Es mutet so was von ausgestorben an, das Wetter schwarz weiß, das Boot, welches die WanderInnen von Frühjahr bis Herbst über den Akkajaure bringt, liegt auf Trockendock ...