Skitour Nikkaluokta - Abisko

Tag 6 - Zum Schneehuhnwald

Am Morgen, es ist wieder ein herrlicher sonniger Morgen ohne eine Wolke, kommen ein paar Schlittenhundgespanne über den Alisjávri gefahren. Sie kommen genau auf mein Zeltlager zugefahren. Freundlich winken wir uns zu, und schon sind sie vorbei. Das wird wohl großen Spaß machen, denke ich mir, so schnell wie die Hunde vorwärts kommen. Aber dieser Tag macht auch so allergrößten Spaß! Der Schnee ist fest verpresst, so dass ich leicht vorwärts komme und einen perfekten Wintertag genießen kann.

Schon bald nachdem ich losgegangen bin, treffe ich zwei Skiwanderer. Wir unterhalten uns eine ganze Weile. Es ist zwar etwa minus 10° kalt, aber auch die nordische Märzsonne wärmt schon etwas, es ist wolkenlos und außerdem windstill. So wird es nicht so schnell kalt, auch wenn man stehen bleibt. Nach einiger Zeit gehen wir wieder unserer Wege, die Beiden südwärts, ich nordwärts.

Ich halte immer wieder an, gucke einfach nur, mache unzählige Bilder oder schlürfe irgendwo, wo es mir gefällt, Tee. Später erreiche ich die Baumgrenze, die krüppeligen Birken tauchen erst ganz vereinzelt auf, dann werden es langsam mehr. Richtung Abiskojaure (ein See) wird es gehörig bergab gehen. Ich beschließe, es für diesen Tag gut sein zu lassen und an der Baumgrenze zu zelten. Hier ist die Aussicht prima, ganz bestimmt auch in der Nacht!

Es ist schon wieder fortgeschrittene Stunde, als ich das Zelt auch an diesem Abend wieder verlasse, der Mond ist bereits seit einiger Zeit aufgegangen. Ich bin mal wieder ziemlich von den Socken, die Nacht haut mich um, und so bleibe ich ziemlich lange Draußen vor dem Zelt. Auf einem kleinen Hügel bietet sich mir eine großartige Aussicht über die polare Nacht, auf den nächtlichen Abiskojaure, die Berge Kieron, Tjåmuhas und Siellanjunnji, in den Birkenwäldchen geben die Schneehühner ein kleines gackerndes Nachtkonzert …